Das Wichtigste auf einen Blick
  • Tagesgeld ist eine Bankeinlage ohne feste Laufzeit; der Standardzins kann sich ändern.
  • Täglich verfügbar bedeutet nicht, dass eine Auszahlung in jeder Situation sofort auf Ihrem Girokonto ankommt.
  • Vergleichen Sie den Ertrag für Ihren Zeitraum sowie Steuerabwicklung und zuständiges Sicherungssystem.

Ein separates Konto für Geld, das erreichbar bleiben soll

Auf dem Girokonto kommen Gehalt oder Pension an, Rechnungen werden abgebucht und Kartenzahlungen verrechnet. Ein Tagesgeldkonto übernimmt eine andere Aufgabe: Es hält Geld bereit, das Sie gerade nicht ausgeben, aber auch nicht langfristig binden möchten. Typische Beispiele sind eine Reparaturrücklage, Geld für einen Umzug oder der bereits angesparte Teil einer größeren Anschaffung.

Sie überweisen einen Betrag auf das Sparkonto. Die Bank berechnet darauf Zinsen nach den vereinbarten Bedingungen. Zusätzliche Einzahlungen und Auszahlungen sind bei Tagesgeld grundsätzlich möglich. Eine feste Fälligkeit wie bei Festgeld gibt es nicht. Die genaue technische Abwicklung, Wertstellung und Überweisungsdauer unterscheiden sich jedoch von Bank zu Bank.

Quellen: Bigbank: Tagesgeld – Produkt und Bedingungen ↗ · Santander: Fragen zu Tagesgeld und Festgeld ↗

Girokonto, Tagesgeld und Festgeld im Vergleich

Die richtige Kontoart ergibt sich aus der Aufgabe des Geldes. Eine hohe Verzinsung hilft wenig, wenn Sie vor einer fälligen Zahlung nicht auf das Guthaben zugreifen können. Umgekehrt muss ein Betrag, den Sie sicher erst später benötigen, nicht zwingend vollständig täglich verfügbar bleiben.

Welche Kontoart erfüllt welche Aufgabe?
MerkmalGirokontoTagesgeldFestgeld
HauptzweckZahlungsverkehrFlexible RücklageAnlage bis zu einem Termin
VerfügbarkeitFür laufende ZahlungenAuszahlung gemäß BankbedingungenÜblicherweise bis Laufzeitende gebunden
ZinssatzProduktabhängigMeist variabel, ggf. AktionsphaseMeist für Laufzeit vereinbart
NachzahlungenMöglichÜblicherweise möglichMeist nicht in bestehenden Vertrag
Geeignetes BeispielMiete und LebenshaltungReparaturreservePlanbarer Betrag in 12 Monaten
Typische Eigenschaften. Maßgeblich bleiben die Bedingungen des jeweiligen Kontos.

Quellen: Santander: Fragen zu Tagesgeld und Festgeld ↗

Was ein Zinssatz von 2 % p.a. tatsächlich bedeutet

Die Abkürzung p.a. steht für „pro Jahr“. Bei 10.000 Euro und einem konstanten Jahreszins von 2 % entstehen über zwölf Monate vereinfacht 200 Euro Bruttozinsen. Für drei Monate wären es nur 50 Euro. Die Angabe ist also kein Ertrag, der unabhängig von der Anlagedauer sofort gutgeschrieben wird.

Wie oft eine Bank Zinsen auszahlt, ist eine zweite Frage. Monatliche Gutschriften sind nicht dasselbe wie monatliche Verzinsung mit dem vollen Jahreszinssatz. Bleiben gutgeschriebene Zinsen auf dem Konto, können auch sie künftig Zinsen tragen. Für kurze Laufzeiten ist dieser Zinseszinseffekt bei üblichen Sparzinsen wesentlich kleiner als ein deutlicher Unterschied beim Zinssatz.

Zahlen verständlich gemacht

Zeit macht aus einem Zinssatz einen Ertrag

10.000 € zu konstant 2 % p.a. – eine reine Beispielrechnung.

200150100500€501001502003 Monate6 Monate9 Monate12 Monate
Bruttozinsen
Eigene Rechnung, ohne Zinseszins und vor Steuer. Kein aktuelles Bankangebot.
Werte als Tabelle anzeigen
Zeit macht aus einem Zinssatz einen Ertrag
Zeitraum / KategorieBruttozinsen (€)
3 Monate50
6 Monate100
9 Monate150
12 Monate200

Flexibilität hat einen Gegenpart: variable Zinsen

Ein Tagesgeldzins kann während Ihrer Anlage steigen oder sinken. Der aktuell angezeigte Standardzins ist deshalb keine Zusage für das ganze nächste Jahr. Eine ausdrücklich vereinbarte Zinsgarantie kann einen Teil des Zeitraums absichern. Sie sollten aber erkennen können, wann die Garantie endet und welche Regelung danach gilt.

Für eine Entscheidung über zwölf Monate lohnt sich eine Rechnung mit mehreren Anschlusszinsen. Fällt das Angebot nur unter besonders günstigen Annahmen attraktiv aus, ist das eine andere Ausgangslage als ein Produkt, das in mehreren plausiblen Szenarien gut abschneidet. Szenarien ersetzen keine Prognose; sie machen sichtbar, wovon Ihre Entscheidung abhängt.

Die drei Österreich-Fragen vor der Eröffnung

Ein deutschsprachiges Angebot ist nicht automatisch für Personen mit österreichischem Wohnsitz erhältlich. Prüfen Sie daher zuerst die Teilnahmebedingungen. Danach folgen zwei voneinander unabhängige Punkte: Wer führt die österreichische Steuer ab, und welches Einlagensicherungssystem schützt die Bankeinlage?

Für die steuerliche Modellrechnung auf dieser Website verwenden wir 25 % auf Zinsen aus Bankeinlagen. Der Name einer Bankmarke und eine österreichische Website allein beantworten die Fragen zu Steuer und Sicherung noch nicht. Lesen Sie dafür die konkreten Produktunterlagen.

  • Wohnsitz: Darf eine Privatperson mit Wohnsitz in Österreich das Konto eröffnen?
  • Steuer: Wird österreichische KESt automatisch einbehalten, oder müssen Sie selbst tätig werden?
  • Sicherung: Welche rechtliche Bank hält Ihr Guthaben, und welche weiteren Konten haben Sie dort?

Quellen: BMF: Einkünfte aus Kapitalvermögen ↗ · FMA: Einlagensicherung ↗

So wird aus einem Vergleich eine brauchbare Auswahl

Legen Sie zuerst Betrag und voraussichtlichen Zeitraum fest. Halten Sie eine Reserve für kurzfristige Zahlungen auf Ihrem Girokonto zurück. Danach vergleichen Sie die verbleibende Summe unter einheitlichen Annahmen. Achten Sie bei Aktionsangeboten besonders auf den Anschlusszins und auf Höchstbeträge für die beworbene Verzinsung.

Bevor Sie Geld überweisen, sichern Sie die Unterlagen zum konkreten Abschluss. Hilfreich sind Konditionenblatt, Aktionsbedingungen, Kontovertrag und Informationsbogen für Einleger. Mit diesen Dokumenten lässt sich später nachvollziehen, welcher Zinssatz vereinbart wurde und welche Fristen relevant sind.

  1. Betrag festlegen

    Trennen Sie Ihre täglich benötigte Liquidität von der Summe, die auf das Tagesgeldkonto kann.

  2. Gesamtertrag vergleichen

    Rechnen Sie Bonusphase und Anschlussphase zusammen und beachten Sie die Steuer.

  3. Abwicklung prüfen

    Lesen Sie Bedingungen zu Referenzkonto, Auszahlung, Identifizierung und Gutschrift.

  4. Unterlagen aufheben

    Speichern Sie die bei Abschluss geltenden Bedingungen und notieren Sie das Ende einer Aktion.

Häufige Fragen

Quellen & Einordnung

Quellen: Bigbank: Tagesgeld – Produkt und Bedingungen ↗ · Santander: Fragen zu Tagesgeld und Festgeld ↗ · BMF: Einkünfte aus Kapitalvermögen ↗ · FMA: Einlagensicherung ↗

Informationen für Sparerinnen und Sparer in Österreich. Allgemeine Informationen und eigene Rechenbeispiele; persönliche Steuer- und Anlagefragen können eine individuelle Prüfung erfordern. Konditionen im Vergleich sind als Beispiele gekennzeichnet. Verantwortlicher Medieninhaber: Mad Dog Media GmbH.

Das Wissen auf Ihren Betrag anwenden.

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