- Für unvorhersehbare Ausgaben ist die Verfügbarkeit des Geldes entscheidend.
- Festgeld bindet den Betrag gewöhnlich bis zur vereinbarten Fälligkeit.
- Sie können Rücklagen aufteilen, statt das gesamte Geld einer einzigen Laufzeit zuzuordnen.
Wann brauchen Sie das Geld wirklich?
Ein Betrag für eine möglicherweise bald nötige Autoreparatur erfüllt eine andere Aufgabe als Geld für eine bereits terminierte Zahlung in einem Jahr. Beim ersten Betrag ist nicht klar, wann er gebraucht wird. Beim zweiten lässt sich die Laufzeit gezielt planen. Genau hier liegt der wesentliche Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld.
Bei Festgeld wird ein Betrag für eine vereinbarte Dauer angelegt. Eine vorzeitige Verfügung ist häufig nicht regulär vorgesehen. Prüfen Sie daher nicht nur, ob eine Kündigung theoretisch erwähnt wird, sondern welche Voraussetzungen und Folgen dafür gelten. Ein Vertrag, aus dem Sie nur in besonderen Fällen aussteigen können, eignet sich nicht wie ein jederzeit verfügbares Reservekonto.
Die Unterschiede übersichtlich gegenübergestellt
Keine der beiden Kontoarten ist für jeden Zweck überlegen. Auch ein höherer Festgeldzins rechtfertigt nicht automatisch eine Bindung: Wenn dadurch kurzfristig teurer Kredit nötig wird, kann der zusätzliche Zinsertrag schnell aufgebraucht sein.
| Kriterium | Tagesgeld | Festgeld |
|---|---|---|
| Anlagezeitraum | Ohne feste Endfälligkeit | Bei Abschluss festgelegt |
| Zins | Meist variabel; Aktionen möglich | Üblicherweise für Laufzeit vereinbart |
| Zugriff | Nach Auszahlungsbedingungen | Regulär zur Fälligkeit |
| Zusätzliche Einzahlungen | Meist möglich | Meist neuer Vertrag erforderlich |
| Steigende Marktzinsen | Anpassung möglich, nicht automatisch | Bestehender Fixzins bleibt üblicherweise |
| Sinkende Marktzinsen | Standardzins kann sinken | Vereinbarter Fixzins kann vorteilhaft sein |
| Typischer Einsatz | Notreserve und kurzfristige Ziele | Zeitlich planbare Rücklagen |
Drei Szenarien zeigen, wovon der Ertrag abhängt
Nehmen wir 20.000 Euro für ein Jahr. Festgeld soll im Beispiel 2,2 % p.a. bringen, also 440 Euro brutto. Tagesgeld beginnt bei 2 % p.a. Nach sechs Monaten bleibt der Zins unverändert, sinkt auf 1,5 % oder steigt auf 2,5 %. Die Grafik zeigt die daraus entstehenden Erträge.
Die Festgeldrechnung ist bei diesen Annahmen in allen drei Szenarien gleich. Tagesgeld erzielt zwischen 350 und 450 Euro. Die obere Zahl ist keine Vorhersage und die untere keine Untergrenze. Das Beispiel illustriert nur, dass die variable Verzinsung Chancen und Unsicherheit enthält.
Planbarer Zins oder flexible Verzinsung?
Bruttoertrag auf 20.000 € über zwölf Monate; Zinsänderung im Tagesgeld nach sechs Monaten.
Werte als Tabelle anzeigen
| Zeitraum / Kategorie | Tagesgeld: zuerst 2 % (€) | Festgeld: 2,2 % (€) |
|---|---|---|
| Zins sinkt | 350 | 440 |
| Zins bleibt | 400 | 440 |
| Zins steigt | 450 | 440 |
Eine Aufteilung kann verschiedene Aufgaben erfüllen
Sie müssen nicht die gesamte Rücklage entweder flexibel oder fest anlegen. Eine Möglichkeit ist, eine frei verfügbare Reserve zu behalten und nur jenen Teil zu binden, der bis zur Fälligkeit voraussichtlich nicht benötigt wird. Wie hoch die Reserve sein sollte, hängt unter anderem von Ihren notwendigen Ausgaben, Ihrer Einkommenssicherheit und absehbaren Anschaffungen ab.
Bei größeren planbaren Summen lassen sich außerdem verschiedene Fälligkeiten verwenden. Eine solche Staffelung reduziert die Abhängigkeit von einem einzigen Wiederanlagezeitpunkt. Sie garantiert aber keinen höheren Ertrag und erfordert, dass Sie die Endtermine im Blick behalten.
| Geldtopf | Mögliche Aufgabe | Zeitliche Einordnung |
|---|---|---|
| Flexible Reserve | Ungeplante notwendige Ausgaben | Tagesgeld bzw. sofort nutzbarer Teil am Girokonto |
| Ziel in 6 Monaten | Bereits planbare Zahlung | Laufzeit vor dem Zahlungstermin enden lassen |
| Ziel in 12 Monaten | Betrag ohne kurzfristigen Bedarf | Passende Festgeldlaufzeit prüfen |
Die Fälligkeit gehört schon bei der Eröffnung in den Kalender
Prüfen Sie, was am Ende der Festgeldlaufzeit passiert. Manche Produkte zahlen auf ein Referenz- oder Tagesgeldkonto aus, andere sehen eine Verlängerung unter bestimmten Bedingungen vor. Eine neue Laufzeit kann zu einem anderen Zinssatz beginnen. Verlassen Sie sich daher nicht darauf, dass eine einmalige Auswahl dauerhaft passend bleibt.
Legen Sie die Fälligkeit mit Abstand vor eine geplante größere Zahlung. So können Sie Überweisungszeiten und organisatorische Verzögerungen berücksichtigen. Bei einer Anschaffung mit ungewissem Termin sollte ein Vertrag nicht nur deshalb gewählt werden, weil seine Laufzeit ungefähr passen könnte.
- Exaktes Fälligkeitsdatum und Auszahlungsweg prüfen.
- Automatische Verlängerung oder Wiederanlage in den Vertragsbedingungen nachlesen.
- Zinsgutschrift, Zinseszins und Steuerabzug für die konkrete Laufzeit nachvollziehen.
- Einlagen aus Tagesgeld und Festgeld bei derselben Bank gemeinsam betrachten.
Quellen: Santander: Fragen zu Tagesgeld und Festgeld ↗ · FMA: Einlagensicherung ↗
Eine kurze Entscheidungshilfe
Tagesgeld ist naheliegend, wenn Sie Zeitpunkt oder Höhe einer Ausgabe noch nicht verlässlich kennen und Flexibilität benötigen. Festgeld kommt eher für jenen Betrag infrage, der bis zu einem bestimmten Datum entbehrlich ist. Der mögliche Zinsvorteil ist dann ein weiterer Baustein der Entscheidung.
Vergleichen Sie beide Varianten netto für denselben Zeitraum. Eine längere Festgeldlaufzeit und eine kurze Tagesgeldaktion nebeneinanderzustellen, ohne die Zeit danach zu berücksichtigen, liefert kein belastbares Bild. Nutzen Sie für den variablen Teil mehrere Zinsszenarien und prüfen Sie die Tragfähigkeit Ihrer Reserve.
Häufige Fragen
Quellen & Einordnung
Quellen: Santander: Fragen zu Tagesgeld und Festgeld ↗ · FMA: Einlagensicherung ↗ · OeNB: Sparzinsen vergleichen ↗
Informationen für Sparerinnen und Sparer in Österreich. Allgemeine Informationen und eigene Rechenbeispiele; persönliche Steuer- und Anlagefragen können eine individuelle Prüfung erfordern. Konditionen im Vergleich sind als Beispiele gekennzeichnet. Verantwortlicher Medieninhaber: Mad Dog Media GmbH.
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